TOURENBESCHREIBUNG  

Die Wanderung verläuft entlang des Mariazeller Pilgerweges.

Die Wanderung beginnt in Kaumberg. Gegenüber der Bushaltestelle verläuft der Weg über die Stiegen hinauf zur Kirche, an der man nach W vorbei hinauf in die Bergsiedlung der grünen Markierung folgend zur Weggabelung Araburg anschließend weiter bis zum Parkplatz der Araburg geht. Zwischen Kaumberg und dem Parkplatz ist die Araburg bereits zu sehen. Ab dem Parkplatz führt der Weg durch den Wald über einen angenehmen Waldweg hinauf zur Burg, wo man sich die erste verdiente Trinkpause gönnen sollte.

           

Von der Araburg führt der weitere Weg mit geringen Steigungen entlang der Markierung 06 hinauf zum Veiglkogel, ab dem Veiglkogel ist der Weg anfangs mit geringen Höhenunterschieden abwechselnd leicht ansteigend bzw. abfallend, nach ca. 2 Kilometer beginnt der etwas steilere Anstieg über einen Rücken hinauf zum Reingupf, wo ich die Variante über den Kammweg empfehlen kann, wo sich eine herrliche  Aussicht bietet. Vom Reingupf ist der Weg anfangs wieder abfallend, wo man am Sattel wieder mit dem Weg der Hangvariante zusammenstößt. Nach einem weiteren Kilometer mit nicht allzu schwerem Anstieg erreicht man das Kieneck, wo zur Mittagsrast in der Enzianhütte zu raten ist.

             

Nach der wohlverdienten Mittagsrast beginnt der weitere Wegverlauf anfangs steil bergab bis zum Sattel, wo sich die Abzweigung zum Mareschsteig befindet. Im Anschluß führt der Weg wiederum über einen Kamm hinauf zum Almeskogel und weiter zum Geißruck, wo die großen Anstige für diese Wanderung geschafft sind.

       

Vom Geißruck führt der Weg teilweise steil bergab hinunter zum Atzsattel und weiter zur Himmelsreith, der Weg führt teilweise durch ein Wildgehege und ist stellenweise sehr steinig wo Trittsicherheit unbedingt erforderlich ist.

 

Nach dem Erreichen der Himmelsreith führt der weitere Weg ohne größere Höhenunterschiede unter dem Gaißstein vorbei hinunter nach Amöd wo bereits Furth zu sehen ist, das letzte Stück des Weges führt über einen Wiesenweg nach Furth hinunter.

     

 

Anspruchsvolle Wanderung

 

Streckenlänge: ca. 21 Kilometer 
ca. 1500 Hm Anstieg 
ca. 1500 Hm Abstieg
Gehzeit ca. 8-9 Stunden
Einkehr in der Enzianhütte

Anreise von Wien mit dem Bus vom Wiener Südtirolerplatz Bussteig 22-24 Bus nach Mariazell

Rückreise von Furth a.d. Triesting mit dem Bus nach Leobersdorf, dort umsteigen in die Bahn nach Wien

       

 

Ruine Araburg

Die Geschichte der Araburg
Der Weg vom Parkplatz bis zur Burgruine Araburg führt steil bergauf durch die bewaldete Anhöhe auf dem Araberg, auf deren Spitze in 800 m die Araburg thront. Die Burg lag so hoch, das "... wie die leut allda sagen so hoch liegt, daß man von ihr aus St. Stephan zu Wien sehen kann..." Der Weg führt von Norden an die Ruine heran, und führt über Westen fast einmal rund um die gesamte Burganlage, ehe man im Osten auf dem Platz vor dem einfachen Tor im Osten steht. Das hatte bestimmt den Grund, das man links der Burg entlang geht. So zeigten die Angreifer mit ihrer ungedeckten rechten Körperhälfte, der sog. Schwertseite, zu den Verteidigern der Burg.
Der heutige Besucher betritt den äußeren dritten Burghof durch das einfache Tor im Osten, jenes im Westen ist heute nicht mehr vorhanden. Durch diesen Burghof, der auch als Zwinger diente und in dem rechts an der Außenmauer ein großer Wirtschaftstrakt stand, gelant man zum großen Torturm mit Wachstube. Durch diesen gelangt man in den zweiten Burghof, der für die jährlich statt findenen Sommerspiele adaptiert wurde (Bild 14 ). Von hier hat man einen schönen Blick auf den Bergfried, der hoch über der Anlage thront. Geht man die Stufen hinauf gelangt man zuerst zur Kapelle, die dem hl. Georg geweiht ist und dann durch das gotische Tor (Bild 25). In der Kapelle wurden bis 1780 regelmäßig am 23. April, dem Georgitag, in der Burgkapelle Messen gelesen. Gleich dahinter stand die einstige Küche mit dem ebenfalls gotischen Eingangstor (Bild 26). In den Ruinenresten dieser Küche finden sich noch Zeichen eines Kreuzrippengewölbes (Bild 28). Ab hier wurden zur leichteren Bewältigung der letzten Steigung zur Hochburg mit Palasresten und Bergfried neue Holztreppen errichtet. Über diese kommt man an den Resten der Wohn- und Wirtschaftsgebäude vorbei, die, gleich wie die gotische Küche und Tor, im Zuge der ersten großen Erweiterung unter den Ruckendorffern im 15. Jhdt. erstanden.
Gelangt man zum Bergfried, erkennt man seine eigenwillige Keilform, ein sogenannter "Schnabelturm". Die Zinnenbekrönung des Bergfrieds wurde abgetragen und statt dessen ein kreisrunder Aufbau mit Kegeldach, der als Aussichtswarte dient, angebracht. Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Struktur der Anlage, sowie einen herrlichen Weitblick ins Land.
 

Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg
Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg
Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg


Zum Schicksalsjahr für die Araburg wurde, wie für so viele andere Burgen in Österreich, das Jahr 1683 als die Türken hier wüteten. Die geistlichen Herren des Stiftes Lilienfeld sowie die Bevölkerung aus dem Umkreis flüchteten sich großteils in die starke Festung, und mußten am 18. Juli 1683 von hier aus mit ansehen, wie Kaumberg und das benachbarte Hainfeld in Flammen aufgingen. Ringsum brannte es schon tagelang, und niemand wußte, wie lange die Türken noch Not und Elend verbreiten würden. Auf den Feldern ringsum lagen die toten Leichen erschlagener Frauen und Kinder, die Männer wurden scharenweise, teilweise an an Pferde gebunden, in die Gefangenschaft verschleppt und muselmanische Renner und Brenner hatten sogar die Getreidegarben auf den Feldern angezündet.
Die Rettung für die hungernde Burgbesatzung kam am 24. Juli, als sich die Hauptmasse der türkischen Horden aus dem Burgbereich etwas entfernt hatten und nur einzelne Trupps mordend und brandschatzend umherzogen. Stift Lilienfeld hatte eine Streitmacht von 150 Mann auf die Beine gestellt, die als Entsatz anrückte. Doch schon im Herbst 1683 kamen die Türken zurück und überranten die Burg samt Besatzung, steckten sie in Brand und besiegelten somit den Verfall der einst mächtigen Festung. Im Jahre 1945 wurde die Burg durch Kriegseinwirkung und 1948 durch Blitzschlag schwer beschädigt. 1956 wurden die schwersten Schäden behoben und seither ist die Araburg wieder beliebtes Ausflugsziel im westlichen Wienerwald.
 

Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg
Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg

Die Geschichte der Araberger
Das ritterliche Geschlecht der Araberger trugen gleich den ihnen verwandten Arnsteiner den Kopf des Aar-Adler im Wappen, Araburg bedeutet also soviel wie Adlerburg, was dieser höchstgelegenen Burg Niederösterreichs gerecht wird. Sie erbauten um die Mitte des 12. Jhdts. die Hochburg (Bergfried und Palas) der Araburg. Konrad von Arberg war 1209 Zeuge der Stiftung von Lilienfeld, jedoch unter seinen gewaltätigen, räuberischen Nachkommen gab es ständig Streit und Händel mit dem neugegründeten Kloster. In einer Art "Dauerfehde" vergriffen sie sich gern am Klostergut, dessen Herren Rat und Hilfe beim Kaiser in Wien holten. Dieser einigte sich mit dem Abt von Stift Lilienfeld über Abwehrmaßnahmen, um dem mörderischen Treiben ein Ende zu setzen. Im 15. Jhdt. wurden die Arberger abgelöst von den Ruckendorffern, unter denen im Zuge einer allgemeinen Erweiterung der Burg 1457 die St. Georgs Kapelle erbaut wurde; auch Tor und Küche tragen die Jahreszahl 1460 (Bild 27). In den Türkenjahren 1529 und 1532 war die Burg ein sicherer Fluchtort. Nach den Ruckendorffern folgten die Eberstorff-Tiersteiner und danach ein Sebald Pögel als Besitzer der Herrschaft Araburg. Schwer verschuldet kam diese dann 1590 in die Hände der Jörger, die die Burg weiter ausbauten und zu einem Stützpunkt und Zufluchtsort in ihrem Kampf für den Protestantisumus machten. Helmherd Jörger war das Haupt der Protestantenpartei in Niederösterreich und gehörte zu jenen evangelischen Edlen, die 1619 Kaiser Ferdinand II. in der Burg zu Wien unter Druck setzen wollten und von ihm im Namen seiner Glaubensgenossen Freiheiten und Zugeständnisse forderten. Unter seiner Führung gewann der neue Glaube zwar rasch an Boden, der Kaiser jedoch hielt Freiheitsentzug und Enteignung als Angebracht: als Strafe folgten Haft und Güterverfall. 1625 kaufte das Stift Lilienfeld die Burg, die 1683 von den Türken ausgebrannt wurde und seither Ruine ist. Heute ist die Araburg ein lohnendes Ausflugsziel für Jung und Alt. Der Bergfried wurde zum Aussichtsturm umgebaut und bietet dem Besucher einen wunderbaren Rundblick. Im urgemütlichen Burgstüberl, welches von April bis Oktober geöffnet ist, können sich die Besucher mit Jause und frischen Säften stärken (Dienstag Mittwoch Ruhetag). Ein besonderes Erlebnis sind die jährlich im August statt findenden Sommerspiele auf der Araburg. Kartenreservierung ab Juni im Gemeindeamt Kaumberg, Tel.: 02765/282. Im Gemeindeamt erhält man auch verschiedene Publikationen über die Araburg, sowie den Araburgführer, der die einzelnen Bauteile der Burgruine erklärt.

Stift Lilienfeld als Besitzer und die Sektion Triestingtal des ÖTK als Pächter der Ruine bestreiten unter großen Opfern Renovierung und Sanierung. Bitte leisten Sie mit Verständnis Ihren Beitrag zur Erhaltung des historischen Bauwerks! Sämtliche Einnahmen des Burgstüberls sowie Eintrittsgelder und die Einnahmen aus den Sommerspielen kommen der Erhaltung der Araburg zugute.
 

Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg
Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg Burgruine Araburg

Heimatmuseum Krumau
Im Ort Krumau befindet sich unter der Leitung von Herrn Prof. Roland P. Herold das aus Steinen der Araburg erbauten Heimatmuseum Kaumberg (link). Das Gebäude wurde anfänglich als "Wanderhäusl" (Herberge) errichtet und später dann der Gemeinde und Gendarmerie, die auch das Gefängnis (Gemeindekotter) übergeben. Nach einer Generalsanierung wurde in diesem Haus das Kaumberger Heimatmuseum eröffnet. Das Schwergewicht des Heimatmuseums stellt die Darstellung der Entwicklung von Kaumberg und der Araburg dar. In der "Jörger-Stub´n" wird auf die letzten Besitzer der Araburg, den Jörgern - einem protestantischen Geschlecht mit einer interessanten Adelsgeschichte - hingewiesen und Fundstücke von der Araburg und ihrer Umgebung geben Zeugnis von einer längst vergangenen Zeit. Außerdem gibt es in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen, über die wir versuchen werden zukünftig zu berichten.
Öffnungszeiten: Mai bis Ende Oktober, jeweils Sonntag von 10 bis 12 Uhr.

 

Nach oben